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Das Geh- und Radwegekonzept der Gemeinde Bayerisch Gmain

wurde seit einem guten Jahrzehnt erarbeitet. Es wurde auch teilweise fertig geplant und erstellt.

 

Für fast 1,5 Millionen Euro!

Nicht ganz so wie der Gemeinderat das beschlossen hat, weil da rechtliche Hemmnisse waren die keiner mehr wusste? Oder nicht mehr wissen wollte?  Und was ist dann dabei herausgekommen?

 

Ein gemeinsamer Geh- und Radweg sollte es sein. Hier steht auch ein Zeichen 260, Verbot für Kraftfahrzeuge. Das kann also so falsch nicht sein, hier kann jeder, der nicht Kraftfahrzeug ist. Und wer sollte sich da bewegen, außer Fußgänger und Radfahrer.

Übrigens scheint das Haus -links im Bild- dem Verfall preisgegeben. Da wurde vor Jahren das Dach erneuert, es keimte Hoffnung auf, ist ja doch eine bedeutsame architektonische Erscheinung. Aber mit beschädigten Fenstern geht so ein ehemaliges Juwel einfach den Bach runter, noch dazu wenn es nicht dauerhaft bewohnt wird. Wie formulierte es ein weiterer Bürgermeister so schön: "der Investor wartet und schaut zu wie das Gebäude zusammenfällt", oder so ähnlich.

Von Bayerisch Gmain kommend ist sogar schon ein Radlweg nach Bad Reichenhall ausgeschildert. Warum fährt da blos keiner? Oder zumindest nur die die sich hier auskennen! Da muss zwischendrin irgendwo was fehlen.

Auch ein paar hundert Meter weiter ist das noch vorbildlich ausgeschildert, es geht rechts rum über die Bundesstraße. Mit der Querungshilfe ist das ja auch kein Problem, sollte zu schaffen sein, auch wenn viele Autofahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit am Ortschild noch nicht einhalten. Aber wenn die BÜSTRA am Bahnübergang beim Schmölzl kommt könnt man auch von da weg schon mal auf 70km/h beschränken.

BÜSTRA? "Bahnübergangssteuerungsanlage" heißt das Monstrum und ist dafür vorgesehen, dass während ein Schienenfahrzeug den Reichenhaller Berg herauf oder herunter fährt die Ampeln auch auf der Bundesstraße dann auf rot geschaltet werden, damit das Schienenfahrzeug ungehindert passieren kann. Im Februar 2015 hatte ein Vertreter des Bundesverkehrsministeriums den Räten von Reichenhall und Bayerisch Gmain angedroht: "Wenn nit unverzüschlisch watt passiert werd isch eine BÜSTRA anordnen". Dieser Bahnübergang ist auch eine schon seit Jahrzehnten bestehende Gefahrenstelle, die dann mit Millionenaufwand beseitigt werden soll. Das hätte uns Bayerisch Gmainer gar nicht weiter interessiert, wenn wir uns da nicht freiwillig in Position gebracht hätten. Die Hälfte Bahnübergang war gemeindefreies Gebiet. Auf Wunsch von Bad Reichenhall -oder war das der Landrat- sollte das der Gemeinde Bayerisch Gmain zugeschlagen werden. Die Informationen für den Gemeinderat waren nicht sehr trefflich, so dass die Räte sich überrumpeln ließen und die Bürger jetzt an dem Millionenprojekt beteiligt sind. "Kost ja nix", wurde damals versichert, was eben nicht der Wahrheit entsprach.

tongue-out Achja, diese Anordnung einer BÜSTRA durch das BMVI ist dann tatsächlich im Jahr 2019 passiert. Heißt, der Vertreter des BMVI hat 4 Jahre gebraucht, bis er von Bad Reichenhall nach Hause kam, die Anordnung erstellen ließ und dann unterschrieben hat. Starke Leistung! So arbeitet man im BMVI, das seit Generationen von der CSU geleitet wird! Koa Wunder wenn da nix weitergeht, höchstens die Maut in den Graben hinein! Kost ja nix!

Aber wenn man dann die B20 überquert hat, sich ausgiebig am Kopf gekratzt hat, steht man vor dem "Nichts". Wenigstens radlwegmäßig, da geht nix mehr weiter. Weil da ist der Teil, den die Gemeinde selbst bezahlen durfte! Es sollte ein gemeinsamer Geh- und Radweg sein. Das wird dann mit unten stehendem Schild 240 "Gemeinsamer Geh- und Radweg" gekennzeichnet.

Verkehrszeichen 240 Gemeinsamer Geh- und Radweg | gemäß StVO

Das vermisse ich hier aber!

Und wenn des ned da is, darf der Radlfahrer da auch nicht fahren! Aber was kümmert des an Radlfahrer?

Aber auch wenn da dann in irgendeine der restlichen drei Himmelsrichtungen ausgeschildert wäre, wohin sollte uns das führen? Ins Nichts, in den Abgrund, oder doch zum Grabstein? Ja, vermutlich ist die Idee mit dem gemeinsamen Geh- und Radweg dort begraben. Nur das Geld ist da bestimmt nicht zu finden, das ist gut aufgeteilt verschwunden.

Eigentlich sollte es nach der Kendlinger Bruckn auf der rechtn Seitn weitergeh!

Breit genug ist das ausgebaut worden, 2,5 Meter war gefordert und auch eingehalten. Der so geplante gemeinsame Geh- und Radweg ist seit 2 Jahren fertig, aber er ist noch nicht als solcher ausgeschildert. Warum nicht? Möchte man das wieder zurückbauen? Oder mag man hier keine Radlfahrer haben? Oder war das ganze nur eine Schnapsidee von der Gemeindeverwaltung?

Achja, weil der Planer das alles so gut geplant hat, hat er dann den Anschlussauftrag erhalten. Kann man gespannt sein, wie es weitergeht.

Vorerst gehts gar nicht weiter, da ist bei der Brücke über die Untere Bahnhofstraße erst einmal Schluss. Macht aber nix, is ja eh koa Radlweg. Wenn Schluss is is aus, und wenn nix mehr weitergeht ko ma auf der andern Seitn des Grab vom Radlweg betrachten. Des is doch wenigstens a bissl was.